Nachlese Mai & Juni

Heute also wie angekuendigt mal wieder ein ‘richtiger’ Blogeintrag. Die letzten beiden Monate sind einfach wie im Flug vergangen.

Erstmal die schoenen Neuigkeiten – mein Vater hat nun mehr als die Haelfte seiner Chemotherapie hinter sich und hat letzte Woche erfahren, dass sein Krebs sehr gut auf die Behandlung anspricht und sich zurueckgebildet hat. Das war natuerlich die beste Nachricht seit langem und wir waren alle erstmal sehr erleichtert. Bisher ist weitgehend das eingetreten, was von der Onkologin prophezeit wurde – diese Krebsart, ein kleinzeilliges Bronchialkarzinom, reagiert sehr gut auf Chemo. Die Nebenwirkungen halten sich bisher auch in Grenzen, der befuerchtete Gehoerverlust ist nicht eingetreten und auch allgemein fuehlt sich mein Vater besser als erwartet, hat einen sehr guten Appetit und fuehlt sich auch sonst recht gut. Er ertraegt seine Krankheit mit sehr viel Wuerde und positiver Einstellung, was sicherlich foerderlich ist. Aeusserlich hat er sich sehr veraendert, die Haare sind ihm ausgefallen, er ist durch die Chemo sehr aufgedunsen, seine Stimme hat ihren Klang veraendert und er ist sehr leicht reizbar, was sehr untypisch fuer ihn ist. Aber all das sind Nebenwirkungen, die hoffentlich irgendwann wieder weggehen. Ganz ehrlich, als ich meinen Vater vor drei Wochen zum ersten mal wieder sah war ich ganz schoen geschockt – ich haette ihn auf den ersten Blick nichtmal erkannt. Aber nach dem ersten Schreck hab ich dann ganz schnell gemerkt, dass innen drin mein alter, lieber Papa steckt und nach ein paar Stunden hatte ich mich schon an den Anblick gewoehnt. Die grosse Sorge ist jetzt, dass sich der Krebs schnell wieder vorkaempft, das ist beim ‘Kleinzeller’ sehr wahrscheinlich – aber der hatte es bisher noch nicht mit meinem Vater zu tun, da hat er sich einen sehr zaehen Gegner ausgesucht. 😉 Ich will hier auch nochmal danke sagen fuer all die Nachfragen und guten Wuensche, ich habe meinem Vater oft davon erzaehlt und er war sehr beruehrt davon, dass sich Menschen die ihn gar nicht kennen, um ihn Gedanken machen. Danke euch allen!

Mir selber geht’s ziemlich, hm, seltsam. Ich hab mir in den letzten Wochen und Monaten sehr viele Sorgen gemacht, hauptsaechlich um meinen Vater, aber auch generell bin ich im Moment etwas durch den Wind. Ich merke, dass ich mich in einer Umbruchphase befinde und dass sich in meinem Leben einiges aendern muss und auch wird. Ich bin im Moment ziemlich antriebslos, letztes Wochenende hatte ich einen Naehtag geplant, auf den ich mich sehr gefreut hab – das Haus fuer mich alleine, schlechtes Wetter und somit kein schlechtes Gewissen drinnen zu bleiben. Letztendlich habe ich meine Stoffe von einer Ecke in die naechste geraeumt und hab keinen Stich genaeht, weil mir einfach die Lust und Inspiration fehlten. Ziemlich frustig. Ich will jetzt auch gar nicht lang rumjammern, aber vor ein paar Tagen kam ich dann an den Punkt, wo ich mich am liebsten ins Bett gelegt und wochenlang geschlafen haette – mir geht im Moment einfach alles so richtig gegen den Strich, ich bin meilenweit von meiner Mitte entfernt. In den letzten zwei Tagen hat sich dann aber ploetzlich sehr viel getan, und zwar in der Form von verspaeteten Geburtstagsgeschenken. Klingt wahrscheinlich etwas abgedreht, aber ich habe einige Dinge bekommen, die mich ganz einfach daran erinnert haben, dass ich in meinem Leben das Sagen habe. Jawoll! Klingt sicher alles etwas kryptisch, ist aber auch noch nicht so wirklich spruchreif. Watch this space. 😉

Trotzdem waren die letzten Wochen nicht nur von Truebsal bestimmt, ich war sehr viel unterwegs, hab zwei wundervolle Wochen in Deutschland verbracht, meine kleine Nichte kennen gelernt, ein Wochenende mit meiner Oma verbracht, meine Haare abschneiden lassen und mit Henna feuerrot gefaerbt, viele interessante Gespraeche gefuehrt, Kraniche gesehen, KAM-Snaps bestellt, bin zum Zahnarzt gegangen (aua!), bin auf Kontaktlinsen umgestiegen (total neues Lebensgefuehl!), hab viel gelesen und bei all dem leider viel zu wenig Zeit mit meinem Mann verbracht.

Ich bin jedenfalls sehr auf die naechsten Wochen gespannt und hoffentlich kommt auch meine Inspiration bald zurueck. Den Anfang hab ich ja schon gemacht – die Osterhasen aus meinem Blog-Header sind sind schonmal weg, wurde auch Zeit!

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~ by Inghinn on June 26, 2011.

2 Responses to “Nachlese Mai & Juni”

  1. Liebe Nicole!
    ICh hoffe für Dich ganz fest, dass es mit Deinem Vater weiter bessert, alles, alles Gute!
    Für Dich alles Liebe! Lass Dir Zeit, um Deinen Weg zu finden!
    Ganz liebi Grüessli, Rita

  2. Hallo Nicole!
    Ich freu mich grad riesig für Dich und Deinen Papa, das es so gut aussieht, und es ihm gut geht. Kann mir vorstellen, dass Dich die letzte Zeit ziemlich aus der Bahn geworfen hat – wem würde es nicht so gehen! Jetzt ist es wichtig, dass Du Dir wichtig bist, dann geht es bestimmt bald wieder bergauf!
    Viele liebe Grüße
    Kerstin

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